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Beziehungen auf Augenhöhe

Aktualisiert: 20. Feb.

In unseren Beziehungen zu Freund*innen, insbesondere auch in unserer Partnerschaft können wir ein wundervolles Mit- und Füreinander gestalten und innige Liebe leben.


Natürlicherweise zeigen sich jedoch genau hier in der gemeinsamen Nähe und im Spiegel des Gegenübers auch die bisher noch unverarbeiteten Verletzungen und alten Muster – ob die eigenen oder von den Generationen vor uns übernommenen.


Im Folgenden möchte ich einige Aspekte einer Partnerschaft auf Augenhöhe beschreiben, die ich als besonders wichtig erlebe:


• Tiefe Achtung und Austausch

Basis einer Partnerschaft auf Augenhöhe ist für mich die tiefe gegenseitige Achtung und Wertschätzung (siehe Blogbeitrag „Ich achte Dich“). Dies schließt ebenso die Seiten des Anderen ein, die uns vielleicht nicht so nahe und verständlich sind. Ebenso die Herkunftsfamilie des Anderen. Auch wenn wir es vielleicht nicht leicht mit dieser haben, so ist jeder untrennbar mit seiner Familie verbunden, diese lebt in ihm, in ihr.

Zu diesem tiefen Gefühl von Achtung und Wertschätzung zu finden, gelingt uns am leichtesten, wenn wir uns selbst liebevoll achten und wertschätzen, auch mit unseren eigenen Fehlern und Schwächen. Wenn wir uns annehmen, so wie wir gerade sind, auf dem Weg weiter zu wachsen.

Eine lebendige Partnerschaft auf Augenhöhe wird genährt von Begegnung und gegenseitigem Austausch. Indem wir uns gegenseitig viel geben und ebenso vom anderen annehmen. Nicht nur im materiellen und praktischen Sinne, auch indem wir ein Gegenüber füreinander sind, indem wir uns gegenseitig sehen, hören, wahrnehmen.


• Verantwortung und Freiheit

Für mich sind Freiheit und Verantwortung in einer Partnerschaft auf Augenhöhe sehr eng miteinander verbunden.

Mit Freiheit können wir die Freiheit sich selbst zu sein, beschreiben: eigene Entscheidungen zu treffen, die eigenen Ziele zu verwirklichen, auch Fehler zu machen und mit ihnen zu lernen. Diese Freiheit ist wichtig, sowohl sie sich selbst zu geben, als sie auch dem anderen zu lassen.

Doch diese Freiheit bedeutet ebenso Verantwortung, denn für die eigenen Bedürfnisse sind wir selbst zuständig. Dazu gehört auch die Verantwortung für das eigene Glück zu übernehmen und die eigenen Fähigkeiten zu leben – es gibt niemanden, der dies für uns tun kann. Auch wenn es immer wieder leichter erscheint, andere Verantwortliche dafür zu suchen… Umgekehrt übernehmen wir leicht die Verantwortung des anderen, doch das tut niemandem wirklich gut. Bei beidem verlassen wir die Begegnung auf Augenhöhe.

Zum Thema Verantwortung gehört für mich auch das Wahrnehmen der eigenen negativen Gefühle, Gedanken und Reaktionen. Denn sie gehören oft gar nicht in die Situation, wo sie sich zeigen oder nicht in der Intensität. Vielmehr sind sie oft Erinnerungen an frühere Situationen, die uns überfordert haben. Und natürlich gibt es ebenso Situationen, wo die entstehenden Gefühle ihre Berechtigung haben. Dann ist es wichtig, sie auf eine Art und Weise auszudrücken, die dem Gegenüber die Freiheit, den Raum gibt, verantwortlich darauf zu reagieren und die Würde von beiden zu wahren.

Zudem können uns unsere Gefühle auf unsere Wünsche aufmerksam machen: „Welchen Wunsch beinhaltet dieses Gefühl – an mich selbst oder mein* Partner*in?“

Zu Verantwortung und ebenso zu Freiheit gehört es für mich, in die eigenen Entscheidungen die Konsequenzen für die Partnerschaft miteinzubeziehen. Ich nenne es eine Freiheit, weil es auch die Freiheit beinhaltet, sich immer wieder auf´s Neue für die Beziehung, für die Partnerschaft zu entscheiden.

Eng mit Freiheit und Verantwortung ist das Thema Grenzen verbunden. Das Achten der eigenen Grenzen, der Grenzen des Anderen und ebenso der Grenzen der Beziehung/der Partnerschaft. Im partnerschaftlichen Alltag kommt es immer wieder dazu, dass wir diese überschreiten. Hier braucht es unser Mitgefühl, mit uns selbst und dem, was es mit dem Anderen macht. Und ebenso unsere Achtsamkeit immer wieder ein Stückchen mehr in Kontakt mit dem Anderen und der Situation zu sein, um besser die Grenzen des Anderen achten zu können.

Immer wieder entsteht auch eine Grenze in der Partnerschaft selbst, wo es wichtig ist, die eigenen Themen zu lösen und die/den Partner*in seinen/ihren Weg gehen zu lassen, im Vertrauen, dass es ebenso für den gemeinsamen Weg förderlich ist…


• Verbundenheit und Entwicklung

Beziehung und Partnerschaft bedeuten Nähe, Vertrautheit und Verbundenheit. Zwei eigenständige Personen, die Nähe, Vertrautheit und Verbundenheit leben und wachsen lassen. Es beinhaltet also eine aktive Tätigkeit, wie wir uns in unsere Partnerschaft einbringen, wie auch ein inaktives Zulassen und Entstehen lassen.

Eine lebendige Partnerschaft braucht Raum und immer wieder auch einen geschützten Raum, denn sie ist wie ein eigener Organismus, der sich entwickeln möchte, der Nahrung und Aufmerksamkeit braucht, der wachsen und gedeihen möchte.


• Gemeinsame Ausrichtung

Als wichtige Nahrung für eine Beziehung erlebe ich eine gemeinsame Ausrichtung. Je nach Phase und Art der Beziehung können dies gemeinsame Interessen sein, die Begleitung der Kinder und/oder ein auch ein konkretes Projekt.

Eine große Tiefe und ein ebensolches Genährt-Sein bekommt die Beziehung mit der Ausrichtung auf das Größere im Anderen und in uns selbst, auf die Seele – das Göttliche in uns, in der Verbundenheit mit Allem.

Hier entwickeln und potenzieren wir zusammen das Schönste in uns – und lassen unser jeweils individuelles Licht gemeinsam leuchten.

 
 
 

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